Erst die „Griechenlandkrise“, nun die „Euro-Krise“... What’s next ?
Mit dem Abverkauf der Staatsanleihen, begleitet vom Verfall des Euro gegenüber dem Dollar und dem parallelen Ansteigen des Goldpreises auf ein täglich neues Allzeithoch wird auf drastische Weise deutlich, dass die Wirtschaftskrise mitnichten vorbei ist. Lediglich die Phase relativer Ruhe einer Phase der „Zwischenerholung“ ist vorbei. Nunmehr tritt das ein, was nach den hunderte Milliarden schweren „Bankenrettungsschirmen“ in 2008/2009 zu befürchten war. Nachdem die gigantischen (privaten) Verluste der Banken durch die Staatsgarantien vergesellschaftet, d.h. auf dich und mich übertragen wurden, folgt nun den 2. Akt, in dem die Staaten selbst zunächst ihre Kreditwürdigkeit verlieren, bevor sie selbst unter der Last des Schuldenbergs zusammenbrechen.
Griechenland ist bereits de facto Pleite und kann sich am Kapitalmarkt nicht mehr selbständig refinanzieren, sondern hängt im wahrsten Sinne des Wortes am Tropf der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ein Patient auf der Intensivstation, an der Herz-Lungen-Maschine sozusagen. Damit kann man vielleicht die breite Öffentlichkeit täuschen, nicht aber die finanziellen Eliten. Diese beeilten sich, ihr Geld aus Griechenland abzuziehen und ins „sichere“ Ausland zu transferieren – was die Krise weiter verschärft. Ein Grund dafür, dass amerikanische, aber auch deutsche Staatsanleihen momentan als „sicherer Hafen“ wieder hoch im Kurs sind.Anders als der Euro insgesamt, der auch nach der Verkündung des 750 –Milliarden-Rettungspaketes zur Stabilisierung der Euro-Zone weiter auf Talfahrt gegenüber dem US-Dollar geschickt wird. Merkel und EU-Kollegen wittern eine Verschwörung der Spekulaten und Hedge-Fonds gegen den Euro – was sicher richtig ist. Sie wissen allerdings auch – was nicht laut verkündet wird – dass die Hedgefonds alleine nicht die wirtschaftliche Macht haben, die Euro-Zone zu destabilisieren. Dahinter stehen andere „Player“ und andere Interessen, als aus Zinsgewinnen ein paar Milliarden Gewinn abzuschöpfen. Auch hier hilft es, sich die Frage zu stellen, wem das ganze nützt (Cui bono ?). Im Moment ganz klar dem Dollar, der aktuell gegenüber dem Euro brilliert und willkommenes Ziel herumvagabundierender (privater) Billiarden auf der Suche nach einer sicheren Hafen ist. Stand vor kurzem noch die Refinanzierungsfähigkeit der USA in Frage, so ist momentan zumindest dieses Problem kleiner geworden. Die USA haben Zeit gewonnen. Ein nicht zu unterschätzendes Gut, wenn man in dieser krisenhaften Zeit Weltmacht bleiben möchte.
Die „Operation Euro“ hat Frau Merkel und Kollegen ziemlich ins Schwitzen gebracht. Es muss nicht verwundern, wenn sie sich bei Gelegenheit bei ihren amerikanischen „Freunden“ revanchieren – zum Beispiel in Form eines Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan. Der deutsche Staatshaushalt würde dadurch entlastet werden, die Regierung ginge mit gutem Beispiel beim Sparen voran – um dann den Gürtel um den Bauch der Bevölkerung noch enger zu schnallen – und vor allem: ein Abzug wäre populär, und Punkte kann die CDU gerade gut gebrauchen (spätestens passend vor dem „Superwahl-März“ 2011 mit 3 Landtagswahlen).
Treffen würde ein Abzug allein die USA – ein merkelscher Tritt zwischen die Beine, sozusagen. In diesen Zeiten muss nichts mehr verwundern. Nichts ist unmöglich. Nur die Motivation ist häufig eine andere, als sie auf den ersten Blick erkennbar ist.
| < Zurück | Weiter > |
|---|












